GlücksDirndl: Jetzt wird’s bunt

Menschen | Autorin: Michaela Butz

Nachhaltigkeit kommt selten so farbenfreudig daher. Ob Möbel, Utensilien oder Kleidung – seit ich Marion Schmidt kenne, fertigt sie aus Gebrauchtem Unikate an. Nun wird sie Glücksbotschafterin.

Bloß raus aus der Provinz

Kennengelernt haben wir uns, weil wir beide eine Ausbildung zur Krankenschwester am Kreiskrankenhaus Crailsheim absolviert haben. Das war 1984. Uns erwartete eine profunde Ausbildung ohne Glanz und Gloria. Aber unsere erworbenen Fachkenntnisse genügten den Anforderungen von Großstadtkliniken. Das war wichtig. Denn raus aus der Provinz wollten wir nach der Ausbildung beide. Mich verschlug es ins damals noch ummauerte Berlin, Marion zog München vor. Und hier lebt sie noch heute.

Quasi die Erfinderin des Aufpimpens

Seit ich sie kenne, richtet sich Marion ihr Leben bunter ein als andere. Bunter meint dabei keineswegs leichter und bequemer – um das mal klar zu stellen. Schon zu Crailsheimer Zeiten wurden Baumwollreste zu farbenfrohen Pullis und Jacken verstrickt. Alte Möbel verpasste sie urige Anstriche und krasse Stoffbezüge. Viel Geld brauchte sie dafür nie. Handwerkliches Geschick und Ideen genügten, um sich ein wechselvolles Leben vor farbenfroher Kulisse einzurichten.

Drei Fragen an Marion Schmidt

Glück im Innern finden

Michaela Butz: Dein Laden ist zu. Gibt es jetzt denn gar keine Möglichkeit, an ein „GlücksDirndl“ zu kommen?
Marion Schmidt: Ich habe noch über 250 Dirndl in allen Größen aus den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren. Am liebsten würde ich sie alle im Paket auf einmal an einen neuen, netten Laden verkaufen.

Michaela Butz: Seit ich dich kenne, dreht sich dein Leben um Heilung, Bewahren und dem Streben nach Glück – auch durch stetige Veränderung. Was erwartest du dir von deiner Ausbildung als Glücksbotschafterin?
Marion Schmidt: Was ich im Außen gemacht habe, tue ich jetzt zunächst für mich im Innern. Es geht ab Herbst darum, meine eigenen Gedanken, Werte und mein Handeln zu reflektieren. Und es geht darum, das eigene Glück nicht an Menschen, Tieren oder Dingen festmachen zu müssen, sondern unabhängig von den äußeren Umständen aus mir selbst heraus zu leben.

Michaela Butz: Du hast mir erzählt, dass du dich nach einem sehr einfachen Leben auf dem Land sehnst. Dir war Kleidung und schönes Wohnen schon immer wichtig. Wie geht das auf – ein schlichtes Leben und der Wunsch, zu gestalten und zu schmücken?
Marion Schmidt: Das widerspricht sich überhaupt nicht. Ich will einfach raus in die Natur. So bald es das Wetter zulässt, bin ich schon jetzt draußen, schlafe draußen, esse draußen, bewege mich draußen. Ich lebe ja sehr schön in München mit eigenen Garten inmitten der Stadt, fühle mich aber trotzdem eingeengt. Ein Leben auf dem Land heißt für mich weniger Menschen, keinen Fernseher, keinen Computer, keine Technik. Auf Farben kann ich aber nicht verzichten. Ich sehe mich glücklich in einer ländlichen Villa Kunterbunt.

Links

Mehr zu Marion Schmidt:
https://www.gluecksdirndl.de/

Mehr zu ihrer Ausbildung zur Glücksbotschafterin:
https://www.corporate-happiness.de/

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